Katja Martens - Autorin
Katja Martens - Autorin

Über die Autorin

Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf Fragen, die mir häufig bei Lesungen oder in Interviews gestellt werden. Wenn Sie gern etwas wissen möchten, das hier noch nicht beantwortet wird, schreiben Sie mir bitte eine E-Mail. Ich freue mich über Ihre Post.

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Wollten Sie schon immer Schriftstellerin werden?

Eigentlich hatte ich geplant, Lehrerin zu werden. Ich habe für das Lehramt an Gymnasien studiert, aber das Geschichtenschreiben hat mir so viel Freude gemacht, dass ich den Schritt gewagt und das Schreiben zu meinem Beruf gemacht habe. Heute bin ich sehr froh darüber. Wenn ich ein paar Tage nicht schreiben kann, fehlt mir etwas. Dann wirbeln mir viele neue Protagonisten im Kopf herum und warten darauf, dass ich mich hinsetze und ihre Geschichte aufschreibe.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich stehe morgens halb sechs auf und schreibe ein paar Stunden durch. So früh am Tag ist der Kopf noch frisch und es ist angenehm ruhig. Mittags mache ich Pause. Spätestens, wenn der Postbote kommt, lockt mich die Neugier vom Schreibtisch weg. Nachmittags recherchiere ich dann meistens für neue Romane, schreibe Exposees oder erledige Büroarbeiten.

Woher bekommen Sie Ihre Ideen?

Von überallher! Im Zug beobachte ich gern Menschen und stelle mir vor, welche Lebensgeschichte sie wohl haben könnten. Sachbücher und Zeitungsartikel bieten ebenfalls Anregungen. Außerdem trage ich meistens ein Notizbuch mit mir herum, in das ich Ideen, Dialogfetzen, ungewöhnliche Namen und alles andere eintrage, das einmal für einen Roman eine Rolle spielen könnte. Im Notfall muss auch mal ein Taschentuch oder der Handrücken für eine Notiz herhalten. Als Schriftsteller beobachtet man alles um sich herum unter dem Gesichtspunkt: Könnte man daraus eine spannende Geschichte machen?

Was ist für Sie das Schwierigste am Schreiben?

Oh, am schwierigsten finde ich es, Namen zu finden. Ein Name soll gut klingen und zu der jeweiligen Figur passen. Das ist gar nicht so leicht zu erfüllen. Eine wunderbare Fundgrube sind Telefonbücher und Zeitschriften. Trotzdem kann es Tage dauern, bis ich das Gefühl habe, dass ein Protagonist und Name wirklich zueinander gehören. Dann erst kann ich mit ihnen arbeiten.

Wie gehen Sie an einen neuen Roman heran?

Planung ist für mich das A und O beim Schreiben. Sobald eine Idee gefunden ist, verfasse ich ein Exposee, in dem ich alles notiere, was in der Geschichte vorkommen soll. Danach schreibe ich alle Haupt- und Nebenfiguren auf und entwickle für jeden eine Biografie. Das ist eine Heidenarbeit, von der nur ein geringer Teil am Ende tatsächlich im Roman vorkommt, aber es hilft mir, meine Figuren besser kennenzulernen und zu verstehen, wie sie ticken und warum sie gerade so und nicht anders handeln. Anschließend schreibe ich eine Liste mit dem groben Inhalt für jedes Kapitel, mit Wendungen und Überraschungen. So entsteht ein Gerüst, an dem ich mich beim Schreiben orientieren kann. Oft entwickeln die Helden im Verlauf des Romans ein Eigenleben, sodass Details geändert und umgeschrieben werden müssen. Die Planung verhindert, dass der Schreibfluss zwischendurch ins Stocken gerät oder am Schluss noch lose Enden übrig bleiben.

Wenn Sie nicht schreiben – welche Hobbys haben Sie?

Ich lese gern und viel. Unsere Bücherregale sprengen allmählich unsere Wohnung. Um die Flut einzudämmen, habe ich mir schon einen E-Book-Reader angeschafft, aber es werden trotzdem immer mehr Bücher. Außerdem gehe ich gern wandern. Wir wohnen in der Nähe der tschechischen Grenze. Dort gibt es viele romantische Ruinen zu entdecken. Das ist einfach wunderbar – und sehr inspirierend.

Was ist Ihr Lieblingsbuch?

Meistens das Buch, das ich gerade lese. Gerade liegt auf meinem Lesestapel ein Western von John F. Cooper neben einem Sachbuch über Milchwirtschaft und einem Krimi von Inge Löhnig. Ich mag viele Genres, nur mit SF kann ich mich nicht recht anfreunden.

Was bedeutet Schreiben für Sie?

Jeden Tag ein neues Abenteuer! Und wenn ich von einem Leser erfahre, dass meine Romane ihm ein paar Stunden Freude und Entspannung geschenkt haben, ist das eine Sternstunde für mich.

Was würden Sie jemandem raten, der ebenfalls mit dem Schreiben anfangen will?

Geduld zu haben und sich nicht entmutigen zu lassen, wenn es nicht gleich mit einer Veröffentlichung klappt. Viele heute berühmte Autoren wurden zunächst von namhaften Verlagen abgelehnt. Jede Geschichte findet ihre Leser. Man darf nur nicht gleich aufgeben.

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